Getreide im Hundefutter - gut oder schlecht?

Ein Blick auf das Futter deiner Fellnase und du stellst fest, dass ein erheblicher Teil an Getreide darin zu finden ist? Die Kontroversen über Getreide im Hundefutter sind lang und ebenso die Diskussionen darum, ob Getreide eigentlich gar nicht so schädlich ist oder aber als billiger Fleischersatz der Gesundheit deines Lieblings wirklich an den Kragen will.

Vorab: Über den Nutzen oder Schaden von Getreide streiten sich nicht nur zahlreiche HundebesitzerInnen, auch TierärztInnen sind sich oftmals uneinig.

Fakten-Check

Warum Getreide?

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Getreide ist für uns Menschen eine beliebte Kohlenhydratquelle. Egal ob Weizenbrötchen, Dinkelbrot oder Haferkekse - in unserem Alltag konsumieren wir Kohlenhydrate und gewinnen somit Energie für den Tag aus stärkehaltigen Getreideprodukten.

Genau diesen Zweck erfüllt Getreide auch im herkömmlichen Hundefutter als kohlenhydratreicher Bestandteil: Es liefert zusätzlich zum Fleischanteil Energie. Neben Kohlenhydraten enthalten Getreideprodukte auch Eiweiß, das jedoch im Vergleich zum tierischen Protein eine deutlich geringere Qualität aufweist.

Getreide hat jedoch noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil, wenn auch nicht für deine Fellnase: Es ist günstig in der Produktion. Hersteller von konventioneller Hundenahrung sparen also Kosten in der Herstellung, indem sie einen hohen Anteil an Getreide in ihrem Futter verwenden.

Getreide und Allergien beim Hund

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Das Verdauungssystem unserer Fellnasen hat sich im Laufe der Zeit verändert. Durch die Nähe zum Menschen und somit auch die Nähe zur menschlichen Nahrung haben sich die Verdauungsenzyme von Hunden einer stärkehaltigen Ernährung angepasst - und heben sich somit sehr vom Verdauungstrakt des Wolfes ab.

Diese Enzymanpassung zugunsten von stärkehaltigen Produkten ist nicht bei jedem Hund gleich gut ausgeprägt. Unterschiede werden dabei zwischen den verschiedenen Rassen, aber auch zwischen den Individuen innerhalb einer Hunderasse sichtbar. Dackeldame Lilly kann also besser ausgestattet sein als Labardorrüde Max, wenn es darum geht, Stärke zu verdauen.

Nun ist es so, dass nicht nur wir, sondern auch unsere Vierbeiner Allergien gegen bestimmte Futterbestandteile aufweisen. Als Allergieauslöser kommen dabei vor allem Eiweißbestandteile infrage. Eine deutsche Untersuchung (Becker, 2009) hat ergeben, dass Futtermittelallergien zu 38% auf Getreide (inkl. Reis) zurückzuführen sind. Damit belegt Getreide Platz 1 der häufigsten Allergieauslöser im Hundefutter.

Was ist die Alternative?

In unserer Mission haben wir vor allem ein Ziel: Ein Futter für Hunde zu kreieren, das für jede Rasse, jedes Alter, jede Größe und jede Fellfarbe geeignet ist. Um das zu erreichen, verzichten wir in unseren Futtersorten auf den Futterbestandteil, der die meisten Allergien beim Hund auslöst: Getreide.

Um trotzdem eine optimale Versorgung mit Kohlenhydraten zu gewährleisten, setzen wir in unserem Futter auf Süßkartoffeln, Quinoa, Amaranth, Buchweizen (nein, kein Getreide) und Kartoffeln. Gelegentlich verwenden wir auch Reis und Hirse - diese enthalten im Gegensatz zu beispielsweise Weizen, Dinkel und Hafer nur wenige potenziell allergieauslösende Stoffe. All diese Stärkequellen in unserem Hundefutter gelten bis auf Reis als hypoallergen - sie lösen also deutlich seltener Futtermittelallergien aus.

So können wir zwar nicht garantieren, dass wir wirklich zu 100% ein Futter herstellen, das alle Hunde gut vertragen, sind aber durch den Verzicht auf Getreide auf einem guten Weg.