Sitz, Platz, Aus! - Tipps und Tricks bei der Welpenerziehung

Der erste Blick, das erste Mal die Welpenzunge im Gesicht, dann der lang ersehnte Tag: Dein Welpe zieht endlich bei dir ein. Und mit ihm ein völlig neuer Lebensabschnitt, geprägt von Spaß, Spiel, Kuscheleinheiten und Entdeckung.

Doch spätestens, wenn du das erste Mal wieder deine liebsten Lederschuhe ins Restaurant ausführen willst und nur noch einer davon halbwegs tragbar, während der andere schon fast im Welpen-Magen verdaut ist, wirst du wissen: Der Flausch gehört erzogen.

Was macht eine gute Erziehung aus?

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Den Grundstein für eine gute Erziehung legst du am besten mit dem Einzug deiner Fellnase. Gedanken wie "Er ist so süß, er muss sich doch erst eingewöhnen!" sind nachvollziehbar, erschweren dir aber im Nachhinein eine erfolgreiche Erziehung deines kleinen Schatzes.

Das soll nicht heißen, dass Retrieverwelpe Mila mit 5 Monaten den dreifachen Salto auf der Klippe der Zugspitze beherrschen muss, aber ein paar grundlegende Dinge sollte sie bis dahin auf jeden Fall im Kasten haben:

  1. Sitz,

  2. Platz,

  3. bitte friss nicht auch noch den anderen Schuh!

Die Liste verschiedener Meinungen darüber, was eine gute Welpenerziehung bedeutet, ist mindestens genau so lang wie der Kassenbon mit Dingen, die du ersetzen kannst, wenn du dem Welpen uneingeschränkt seinen freien Lauf lässt. Doch so verschieden die Ansätze auch sind, in den Grundideen sind sich fast alle einig.

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1. Konsequenz ist das A&O

Damit dein lieb gewonnener Vierbeiner dir ab Tag 1 uneingeschränkt vertrauen kann, ist ein konsequentes Verhalten deinerseits wichtig. Wenn du Regeln aufstellst, solltest du diese immer durchsetzen. Steuert Mila also am Abend auf das Sofa zu und du lädst sie zum Kuscheln ein, dann versteht sie das als allgemein gültige Sofa-Erlaubnis.

Darf sie das dann nach einem intensiven Waldspaziergang bei Regen und Matsch plötzlich nicht mehr, kann sie das nicht verstehen. Regeln müssen - egal, wie du sie aufstellst - konsequent angewendet werden.

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2. Erziehung durch Konditionierung und Nachahmung

Eine wichtige Regel für den Anfang lautet: Nutze die Kraft der Konditionierung und belohne erwünschtes Verhalten. Wie du belohnst, hängt davon ab, worauf dein Liebling besonders gut reagiert. Für die meisten Hund läuft ohne schmackhafte Leckerchen gar nichts, für andere ist ein liebevolles Ohrenkraulen der absolute Supergau.

Benutze das Leckerli stets als zum Locken in die gewollte Position. Um beispielsweise "Sitz" zu lernen, kannst du mit dem Leckerli vor der Nase diese nach oben locken- meistens setzt sich dein kleiner Vierbeiner dann schon. Sobald dein Welpe das tut, was er soll, musst du das Kommando deutlich aussprechen. So erfolgt eine Verknüpfung zwischen der Handlung und dem Gesagten. Dann heißt es: Umgehend das Leckerli in den Mund deines Welpen schieben und belohnen. Dieses Prozedere wiederholst du immer wieder, ohne zu vergessen, dass schnellstmöglich das Kommando und das Leckerli präsentiert werden sollten.

Wo wir schon die ganze Zeit von Belohnungen sprechen

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3. Sind Strafen bei der Erziehung erlaubt?

Wenn du eines schon mit Sicherheit weißt, dann, dass regelmäßiges Loben bei der Welpenerziehung unabdingbar ist. Aber wie sieht’s mit Bestrafungen aus, wenn dein Liebling einfach nicht aufhört, alles zu zerkauen, was nicht niet- und nagelfest ist?

Woran du bei dem Wort "Bestrafung" nicht direkt als erstes denkst: Dein Welpe hat in seinem bisher kurzen Leben schon einige Erfahrungen zu Bestrafungen gesammelt. Diese beginnen bereits bei der Interaktion mit dem Muttertier in Form von Zurechtweisungen und Raufereien mit den Geschwistern. Dein Welpe hat also schon durch Strafen gelernt, als er noch gar nicht bei dir gewohnt hat. 

Die Anwendung artgerechter Strafen kann bei der Welpenerziehung durchaus zum Einsatz kommen. Leichte Griffe ins Nackenfell kennen die Welpen schon von Mama und sie lassen für gewöhnlich sofort von dem ab, was sie gerade tun.

Wichtig: Packe deinen Welpen niemals am Nacken, um ihn hochzuheben, auch wenn manche Quellen behaupten: "Das kennen die doch aus der Natur!". Solche Aktionen können bei deinem Vierbeiner schwere Nackenschäden hervorrufen und sind schmerzhaft. Alle körperlich schmerzhaften Bestrafungen stören nachhaltig das Urvertrauen, das dein Welpe in dich hat. 

Wann sollte mein Welpe in die Hundeschule?

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Wenn du an dem Punkt ankommst, bei dem du merkst, dass dir die Situation einfach über den Kopf wächst, kann der Besuch einer Hundeschule Abhilfe schaffen. Bevor du also deinen Kopf in den Hundehaufen auf dem Teppich steckst und die Augen vor einer schuhlosen Zukunft verschließt, kann dir und deinem Liebling ein Trainer auf die richtige Bahn helfen.

Auch, wenn du dir von Anfang an die Unterstützung eines Experten wünschst, könnt ihr jederzeit die Hundeschule besuchen. Vorher solltest du ausgiebig zu verschiedenen Erziehungsmethoden und Ansichten recherchieren und überlegen, welche Methoden du mit deiner eigenen Haltung vereinbaren kannst.

Methoden, die auf Gewalt, Aggression und Angst basieren, solltest du grundsätzlich ausschließen, da sie niemals ein gutes Fundament für die Erziehung deines Lieblings sein können.

Mit Liebe in ein gemeinsames Leben

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Die Welpenzeit ist etwas sehr besonderes im Leben eines Hundebesitzers und es ist klar, dass du sie in vollen Zügen genießen willst. Und das solltest du auch! Schenk deinem Liebling von Anfang an viel Liebe und sei die Vertrauensperson, die du dir selbst wünschen würdest.

Liebevoll und konsequent erziehen, um später einen entspannten und ausgeglichenen Vierbeiner an deiner Seite zu haben, der mit dir durch dick & dünn geht - ein ganzes Hundeleben lang. Das ist dein Ziel und wir glauben fest daran, dass ihr es gemeinsam erreichen könnt!