Hat meine Katze Flöhe?

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Dir fällt auf, dass sich dein Liebling plötzlich mehr kratzt, das Fell ist nicht mehr so glänzend und eher struppig aussieht? Da stellt sich schnell die Frage, ob ein Flohbefall dahinter steckt. Unsere Pets Deli Tierärztin erklärt dir in diesem Artikel, wie du Flohbefall bei deiner Katze erkennst, was du dagegen tun kannst und wie du am besten vorbeugst.

10.02.2022

Wie erkenne ich, ob meine Katze Flöhe hat?

Ein ganz klassisches Symptom für Flohbefall ist Juckreiz. Natürlich beschäftigt sich jede Katze mit Körperpflege und kratzt sich hin und wieder. Wenn dir aber auffällt, dass dein Liebling sich ständig kratzt, kann das ein Hinweis auf Flohbefall sein. Juckreiz hat auch viele andere Ursachen, die du auf jeden Fall tierärztlich abklären lassen solltest. Weitere Anzeichen für Flöhe sind unruhiges Verhalten, verstärktes Putzen oder rötliche Hautstellen.

Flohkamm-Probe hilft, Flöhe zu erkennen

Die sogenannte Flohkammprobe ist ein einfacher Test, um herauszufinden, ob dein Stubentiger Flöhe hat. Dafür brauchst du einen Flohkamm (ein aussortierter Läusekamm oder normale Bürste sind auch möglich), weißes Küchenpapier, etwas Wasser und natürlich deine Katze oder deinen Kater.

  1. Kämme das Fell vor allem am hinteren Rücken und Schwanzansatz ordentlich durch.

  2. Klopfe den Kamm über dem weißen Tuch aus und befeuchte es mit etwas Wasser.

  3. Wenn du nun schwarze Krümelchen siehst, die sich mit etwas Wasser und Verreiben rot färben, ist das ein eindeutiger Hinweis auf Flohbefall. Diese Krümelchen sind verdautes Blut, das die Flöhe wieder ausscheiden.

Was sind Flöhe überhaupt?

Flöhe gehören zu den Insekten und sind sogenannte Ektoparasiten, die sich von Blut ernähren. Sie sind mit kräftigen Sprungbeinen ausgestattet und können bis zu einem halben Meter weit springen. Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) befällt nicht nur Katzen. Er fühlt sich auch auf vielen anderen Wirtstieren wie uns Menschen wohl. Das Blöde ist, dass die Weibchen in wenigen Wochen mehrere Hundert Eier legen. Diese fallen relativ schnell aus dem Fell heraus und verteilen sich in der Umgebung.

Woher hat meine Katze Flöhe?

Deine Wohnung ist sauber und deine Katze putzt sich regelmäßig - wo hat sie sich also die Flöhe eingefangen? Meistens werden Flöhe von draußen eingeschleppt. Wenn deine Samtpfote eine Freigängerkatze ist, kann es gut sein, dass sie mit Flöhen in Kontakt kommt. Auch vierbeiniger Besuch kann Flöhe mitbringen. Die Krabbeltierchen sind nicht wirtsspezifisch und deswegen kann auch der Hundefloh auf deine Katze überspringen und umgekehrt

Aber auch wir selbst können Flöhe durch unsere Schuhe oder Kleidung mit in die Wohnung bringen. Deswegen solltest du auch bei einem reinen Stubentiger bei Juckreiz an Flöhe denken.

"Nur" ein kleiner Flohbiss?

Du fragst dich, ob Flohbefall wirklich ein großes Problem darstellt? Wenn ein Floh deinen Liebling beißt, wird die Haut verletzt und der Floh sondert Speichel und Substanzen, die die Blutgerinnung verhindern (sog. Antikoagulantien) ab. Das verursacht Juckreiz und Entzündungen der Haut. Manche Samtpfoten reagieren allergisch auf den Speichel der Krabbeltiere und zeigen dann schon bei einem geringen Flohbefall massive Symptome. 

Außerdem können Flöhe Krankheitserreger wie zum Beispiel Bandwürmer oder Caliciviren, übertragen. Da Flöhe Blut saugen, kann es vor allem bei sehr kleinen und jungen Kätzchen sogar zu einer Blutarmut (Anämie) kommen, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich ist.

Flöhe machen auch vor uns Menschen nicht halt und die Krabbeltierchen können von deiner Katze auf dich übertragen werden. Flohbefall sollte also keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Was kann ich bei Flohbefall tun?

Wenn du und deine Tierärztin oder dein Tierarzt Flohbefall bei deinem Liebling festgestellt habt, werdet ihr gemeinsam eine Lösung finden. Es gibt verschiedene Medikamente für die Behandlung gegen Flöhe, die du entweder als Spot-on, Spray oder Tablette anwenden kannst. Bitte verwende niemals die gleichen Anti-Floh-Präparate für deinen Hund und deine Katze, außer das Präparat ist für beide ausgeschrieben. Es gibt Wirkstoffe wie zum Beispiel Permethrin, die super für Hunde geeignet sind. Bei Katzen führen diese aber leider zu schweren Nebenwirkungen, weil ihnen das Enzym für die Verstoffwechslung fehlt. 

Neben deinem Stubentiger solltest du unbedingt auch deine Wohnung behandeln. Denn den größten Anteil eines Flohbefalls bilden mit 50 % die Floheier. Diese sind hauptsächlich in der Umgebung verteilt und verstecken sich in allen Nischen und Ritzen. Es ist also ganz wichtig, nicht nur deine Katze, sondern auch die Umgebung zu behandeln, um alles wirklich flohfrei zu haben. 

Das heißt also für dich:

  • Alle Textilien, mit denen dein Liebling in Kontakt kommt, möglichst bei 60 °C waschen.

  • Überleg, wo deine Samtpfote sich häufig aufhält (Körbchen, Kratzbaum) und reinige alles, was du nicht waschen kannst.

  • Sauge deine Wohnung oder dein Haus mehrmals gründlich durch, besonders alle Ecken und Nischen sowie Teppiche, Sofa und Bett.

Im Fachhandel gibt es viele Produkte, sogenannte Insektizide gegen Flöhe. Lass dich beraten und achte darauf, dass das Produkt gegen alle Entwicklungsstadien wirksam ist. Damit können du und deine Samtpfote den Flohbefall hoffentlich schnell überwinden. 

Kann ich Flohbefall verhindern?

Gute Nachricht: Ja, das kannst du. Wie du gerade gelesen hast, ist die Behandlung gegen Flöhe mühsam und nur mit ordentlicher Umgebungsbehandlung erfolgreich. Besser ist es also erst gar keine Flöhe zu bekommen. Es gibt viele verschiedene Präparate zur Flohprophylaxe mit unterschiedlicher Wirkdauer. Lass dich tierärztlich beraten, um das richtige Produkt für deine Samtpfote zu finden. 

Als kleiner Tipp: Ideal, um deine Samtpfote abzulenken, während du Antiflohmittel aufträgst, sind unsere →Creme Snacks.

Picture Rebecca
Mag.med.vet. Rebecca Winkelmann, Tierärztin bei Pets Deli
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