6 häufige Ursachen für Erbrechen beim Hund

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Dein Hund erbricht und du fragst dich warum? Unsere Tierärztin Rebecca erklärt dir in diesem Artikel 6 häufige Gründe für Erbrechen bei Hunden.

07.02.2022

6 häufige Ursachen für Erbrechen beim Hund

Es gibt viele Gründe, warum dein Liebling sich plötzlich übergeben muss. Nicht jedes Erbrechen bedeutet gleich großes Drama, aber es gibt durchaus auch gefährliche Ursachen für Erbrechen. Unsere Tierärztin stellt dir in diesem Artikel 6 häufige Gründe für Erbrechen beim Hund vor.

Wie erkennst du Erbrechen?

Erbrechen zählt zu den körpereigenen Schutzmechanismen. Wenn der Magen deiner Fellnase merkt, dass irgendetwas nicht stimmt, alarmiert er das Brechzentrum und das Erbrechen beginnt. Es teilt sich in 3 Phasen auf:

  1. Übelkeit: Diese Phase ist gekennzeichnet durch vermehrtes Schmatzen, Speicheln und Schlucken, Gähnen, Unruhe

  2. Würgen: In dieser Phase spannt sich die Bauchmuskulatur an, der Rücken wird hochgezogen und der Mageninhalt wird in Richtung Maulhöhle transportiert. 

  3. Das Erbrechen an sich: In dieser Phase wird der Mageninhalt ausgespuckt

Um richtig reagieren zu können, wenn dein Hund erbricht, musst du wissen, woher dieses Verhalten kommen kann. 

Zu schnelles Fressen

Kaum hast du den Futternapf auf den Boden gestellt, schon hat dein Liebling alles verschlungen und den Napf blitzeblank geschleckt? Wenig später kommt das ganze Futter genauso schnell wieder zurück

Wenn dieses Verhalten öfter auftritt und du einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der zu schnellen Nahrungsaufnahme und dem Erbrechen siehst, kann es sein, dass dein Vierbeiner das Futter einfach zu schnell verschlingt. Das ist dann einfach zu viel für den Magen. Was kannst du dagegen unternehmen?

Teile die Tagesration an Futter auf 2-3 kleine Mahlzeiten auf. Vermeide zu große Futtermengen auf einmal. Es gibt außerdem spezielle Anti-Schling-Näpfe, die zu schnelles Fressen vermindern und gleichzeitig für Beschäftigung sorgen. So erfolgt die Nahrungsaufnahme langsamer und der Magen deines Hundes wird nicht vollkommen überrumpelt. 

Vergiftungen oder Futtermittelintoxikation

Beim Spaziergang kurz nicht hingeschaut und schon hat dein Vierbeiner etwas Unbekanntes gefressen? Leider gibt es Menschen, die unseren Fellnasen nichts Gutes wollen und in Hundeparks oder anderen Grünanlagen →Giftköder auslegen. In diesen Ködern können ganz verschiedene Dinge drin sein. Es können also auch andere Symptome als Erbrechen auftreten. Dein Hund neigt dazu, alles zu fressen, was ihm zwischen die Zähne kommt? Dann solltest bei einem plötzlichen Erbrechen nach dem Spaziergang eine Vergiftung als Ursache im Hinterkopf haben. 

Aber auch zu Hause kann dein Liebling einige Lebensmittel finden, die gar nicht für ihn geeignet sind. Weintrauben, Rosinen, Zwiebel, Knoblauch, Alkohol und bestimmte Gewürze sind für deinen Vierbeiner absolutes Tabu. Auch Haushaltsmittel wie Putzmittel oder Frostschutzmittel solltest du so aufbewahren, dass dein Hund keinen Zugang dazu hat. All diese Dinge sind nämlich →giftig für Hunde und können neben Erbrechen auch viele andere Symptome verursachen. 

Grasfressen

Grasfressen ist ein natürliches Verhalten des Hundes. Es ist wissenschaftlich noch nicht klar, welchen Vorteil Grasfressen für Hunde bringt. Nicht alle Hunde, die Gras fressen, erbrechen auch. Manche fressen Gras, wenn sie etwas Bauchgrummeln haben. Hier stellt sich immer ein bisschen die Frage, was zuerst da war. Erbrechen die Hunde, weil sie Gras gefressen haben oder fressen sie Gras, weil ihnen schlecht ist?

Wenn deine Fellnase manchmal nach dem Verzehr von Gras erbricht, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wenn das aber häufig und regelmäßig auftritt, solltest du deinen Liebling einmal komplett von deiner Tierärztin bzw. deinem Tierarzt durchchecken lassen, um mögliche medizinische Ursachen auszuschließen.

Gastritis

Gastritis oder Gastroenteritis ist eine Entzündung der Magen- bzw. Magen- und Darmschleimhaut. Mögliche Ursachen können sein: 

  • Aufnahme von verdorbenem Futter

  • Medikamente

  • Stress

  • Infektionen mit Magen-Darm-Parasiten

  • Bakterien oder Viren

Weitere Symptome neben wiederholtem Erbrechen können unter anderem Inappetenz oder Durchfall sein. Solltest du den Verdacht auf Gastritis haben, wende dich bitte an deine Tierärztin bzw. an deinen Tierarzt!

Magengeschwür

Ein Magengeschwür, auch Magenulcus genannt, kann ebenfalls zu Erbrechen führen. Bei einem Magengeschwür ist die Magenschleimhaut geschädigt und somit leicht von der Magensäure angreifbar. Die Folge: Dein Vierbeiner reagiert mit Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auch hierbei empfehlen wir dir, deine Tierärztin oder deinen Tierarzt zu kontaktieren!

Magen-Darmverschluss

Magen-Darmverschlüsse werden häufig durch Aufnahme von Fremdkörpern verursacht. Fehlt vielleicht ein Spielzeug (oder auch nur ein Teil davon) oder vermisst du eine Socke? Wenn dein Hund einen Fremdkörper gefressen hat und erbricht, ist schnelles Handeln und eine sofortige Kontaktaufnahme mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin ratsam. Vor allem, wenn das Allgemeinbefinden deines Hundes schlecht ist, also wenn er sehr abgeschlagen wirkt, kaum Energie hat oder andere ungewöhnliche Symptome zeigt, sollten deine Alarmglocken schrillen. 

Unabhängig von einer Fremdkörperaufnahme kann Erbrechen auch ein Symptom einer Magendrehung sein. Das typische Erbrechen hier ist Würgen und der Versuch des Erbrechens, ohne dass dabei etwas herauskommt. Meist haben die Hunde hier auch schon ein vermindertes Allgemeinbefinden. Eine Magendrehung ist lebensbedrohlich und in diesem Fall zählt jede Minute, um deinen Liebling zu retten. 

Was soll ich tun, wenn mein Hund erbricht?

Es gibt natürlich noch viele andere Ursachen für Erbrechen, aber die hier genannten zählen zu den häufigsten. 

Generell ist Erbrechen ein häufiges Problem. Wenn es einmal vorkommt, brauchst du dir in der Regel keine Sorgen machen. Am besten gibst du deiner Fellnase für 12 bis 24h kein Futter, damit sich der Magen-Darm-Trakt beruhigen kann. Danach kannst du langsam beginnen, in kleinen Portionen →Schonkost zu füttern und die Tagesration auf mehrere kleine Mahlzeiten aufteilen.

Wie du aber gelesen hast, können die Ursachen vom harmlosen Grasfressen bis hin zur lebensbedrohlichen Magendrehung reichen. Du selbst kennst deinen Liebling am besten. Vor allem, wenn neben Erbrechen noch andere Symptome wie Durchfall, Fieber, vermindertes Allgemeinbefinden oder Schwäche auftreten oder beispielsweise Blut im Erbrochenen ist, solltest du tierärztlichen Rat aufsuchen. Auch wenn du dir unsicher bist, ruf lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig an. Oft ist Erbrechen symptomatisch therapierbar und nach ein oder zwei Spritzen geht es deinem Vierbeiner schon viel besser. 

Wir wünschen dir und deiner Fellnase alles Gute. 

Picture Rebecca
Mag.med.vet. Rebecca Winkelmann, Tierärztin bei Pets Deli